Nördliche Wallhalbinsel Lübeck

Das Wettbewerbsgebiet auf der schmalen Landzunge der Wallhalbinsel steht in verschiedenen städtebaulichen Kontexten zwischen Hafenanlagen und Altstadt. Um an diesem exponierten Ort hochwertiges Wohnen und Arbeiten entwickeln zu können, bedarf es einer städtebaulichen Struktur, die eine Mikrolage von hoher Aufenthaltsqualität und eigener gestalterischer Identität entstehen lässt.

Die zwei Baukörper fügen sich mit ihrer langgestreckten, in sich ruhenden Struktur dem historischen Duktus der Lagerhallen ein. Ein- und Ausschnitte differenzieren beide Formen. Ein offener Hof am Wasser gestaltet das südliche Haus als Gegen- über des westlichen Altstadtrandes. Zu beiden Seiten der Planstraße schaffen zwei Höfe eine Torsituation, die beide Baukörper miteinander verzahnt und die Einmün- dung in den Quartiersplatz an der Inselspitze betont. Der Patio im nördlichen Haus wird in den Obergeschossen von Wohnungen umschlossen, im Erdgeschoss öffnet er sich über drei Durchgänge zum Ufer des Wallhafens.

Alle Wohnungen erhalten aus mindestens zwei Himmelsrichtungen Tageslicht. Ihre Größe ist auf die natürliche Belichtung und zugeordnete Freiräume abgestimmt. Ein Großteil der Appartements ist durchgesteckt. So können Schlafräume zu lärmabge-wandten Freiräumen ausgerichtet werden.  Im nördlichen  Haus bedingen Durch- gänge im Erdgeschoss schmale Gebäudeflügel. Dadurch entsteht eine Vielfalt von Wohnungstiefen mit abwechslungsreichen Grundrissen. Auch wenn sich das Äußere mit einer Backsteinsichtigkeit im gotischen Verband in einer einheitlichen Formen- und Materialsprache zeigt, reagieren die beiden Baukörper auf ihr städte-bauliches Gegenüber jenseits der Wasserflächen. Das südliche Haus zeigt zur Altstadtinsel mit ihrer überwiegend giebelständigen, kleinteiligen Baustruktur eine dynamische Fassade mit dem Einschnitt des Hofs am Wasser, die den langge-streckten Baukörper rhythmisiert.

Am Quartiersplatz beruhigt sich die Struktur, die Fensterreihung wird gleichmäßig und unterstreicht die Funktion des Abschnitts als Platzwand. Zum Wallhafen hin belebt sich die Oberfläche erneut. Fenster und Loggien rücken an markanten Punkten zusammen und bilden breite Formate, die auf die industrielle Hallen-architektur jenseits des Wallhafens Bezug nehmen.






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